Eigentlich ging es ja schon letzte Woche gegen Schwaben. Aber das waren halt bloß die Schwaben aus Augsburg. Diese bayerischen Schwaben sind eben irgendwie anders als die Schwaben aus Schwaben, also Stuttgart. Imgrunde zählen sie nicht als vollwertige Schwaben, fußballtechnisch gesehen. Wenn es gegen den VfB geht, ist darum viel mehr im Spiel als gegen „Augschburg“ und facht das den badischen Ehrgeiz mächtig an.
Es ist wie zwischen Hamburg und Bremen, da kann man sich auch nicht leiden, obwohl man vieles gemeinsam hat. Oder wie zwischen Schalke und dem BVB, wobei man sagen muss, dass die Lage zwischen Hoffenheim und Stuttgart zum Glück lang nicht so verfahren ist. Man kennt sich, man schätzt sich auch, auf diskrete Weise. Fast mag man sich sogar leiden, wenn man ehrlich ist, nur zugeben kann man es nicht. Und darum muss am Samstag auf den Sieg in Augsburg unbedingt ein Heimsieg gegen den VfB her, der schwäbische Doppelpack ist das alleinige Maß aller Dinge!
Ganz einfach wird das aber nicht. Von der Punkteausbeutung liegen Hoffenheim und Stuttgart zwar so nah beieinander wie geographisch. Von der Spielweise her eigentlich auch, theoretisch gesehen – die Trainer Gisdol und Zorniger stammen schließlich aus der gleichen Umschalt-Trainerschule von Helmut Groß, beide sind über Ralf Rangnick „groß“ geworden. Aber in der Realität trennen beide Mannschaften im Augenblick Welten.
Denn Stuttgart spielt gerade jenen Hurra-Fußball, den Hoffenheim in der vorletzten, der Spektakel-Saison praktiziert hat, mit entsprechend vielen Gegentoren. Nur dass Stuttgart, anders als damals die TSG, die unfassbare Zahl herausgearbeiteter Torchancen gnadenlos versemmelt, während Hoffenheim im Moment geradezu schwäbisch-bedächtig spielt und nur selten überhaupt zu Torchancen kommt. Defensiv sieht die TSG-Welt dafür umso besser aus, ohne vollendeten Glanz zu verbreiten. 17-mal hat es beim VfB schon geklingelt, bei der TSG nur 12-mal. Da kann man vorerst nur hoffen, dass der schwäbische Fußballstiefel weiterhin Ladehemmung hat.
Aber man darf auch hoffen, dass sich der badische VOLLGAS-Sturm, bestehend aus Volland und Vargas, im Aufwind befindet und nach dem schwäbischen Sparringspartner Augsburg jetzt auch die löchrige Schwabendefensive aus Stuttgart überrollt. Viel wird davon abhängen, ob das gelingt. Viel wird auch davon abhängen, ob unser Schwabengewächs Rudy wieder zur Form aus dem Dortmund-Spiel hinfindet und die Bälle erneut so zwingend verteilt, dass Volland und Vargas wirklich VOLLGAS geben können.
Vorhersehbar ist das alles nicht. Für Hoffenheim spricht jedoch der Trend, der wenigstens von den Ergebnissen her deutlich nach oben zeigt, während Stuttgart nach dem Sieg vor einer Woche beim Tabellenletzten Hannover letztes Wochenende gleich wieder zuhause gegen Gladbach verloren hat. Es könnte gut sein, dass die Begegnung zu einem der torreichsten Spiele der Saison wird, mit leichten Vorteilen für Hoffenheim, weil die schwäbische Defensive so leicht zu knacken sein wird…
Auf geht’s Hoffe!
Zur Unterstützung wurden Informationen herangezogen von kicker.de
Fotos: Uwe Grün, Kraichgaufoto
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